Hat die Pandemie die Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsversorgung für vertriebene Bevölkerungsgruppen in Nigeria verschärft?
In Nigeria war der Zugang zu Gesundheitsdiensten für gewaltsam vertriebene Bevölkerungsgruppen schon immer eine große Herausforderung. Die COVID-19-Pandemie hat diese Ungleichheiten weiter vertieft und deutliche Disparitäten zwischen Männern und Frauen, Regionen und Bevölkerungsgruppen aufgezeigt. Vor der Gesundheitskrise hatten etwa 83 % der Frauen und 82 % der Männer in diesen Gruppen Zugang zu medizinischer Versorgung. Während der Pandemie sanken diese Zahlen auf 75 % bei den Frauen und 71 % bei den Männern.
Die Hindernisse beim Zugang zu Gesundheitsleistungen haben sich während der Pandemie vervielfacht. Bewegungsbeschränkungen, die Angst vor Ansteckung und Stigmatisierung spielten eine Schlüsselrolle. Dennoch haben einige Faktoren paradoxerweise den Zugang zu Gesundheitsdiensten erleichtert. So hatten Menschen im Bundesstaat Borno, wo die humanitäre Infrastruktur besser entwickelt ist, weiterhin besseren Zugang. Ebenso stieg bei Mitgliedern der aufnehmenden Gemeinschaften, die oft besser integriert sind, die Chance auf medizinische Versorgung während der Pandemie.
Personen aus Kamerun hatten in dieser Zeit ebenfalls leichteren Zugang zu Gesundheitsleistungen, wahrscheinlich dank grenzüberschreitender Partnerschaften und besserer Kenntnisse der lokalen Gesundheitssysteme. Im Gegensatz dazu hatten Rückkehrer in ihr Herkunftsland größere Schwierigkeiten, bedingt durch administrative Hürden und anhaltende Diskriminierung.
Die hohen Kosten für medizinische Versorgung und Transport, die oft als Haupthemmnisse genannt werden, haben einige Bevölkerungsgruppen tatsächlich dazu veranlasst, sich näher an medizinische Einrichtungen zu begeben oder alternative Lösungen wie Selbstmedikation zu nutzen. Die Angst vor einer COVID-19-Infektion hat manche auch dazu veranlasst, häufiger ärztlichen Rat einzuholen, aus Sorge vor den Folgen einer Ansteckung.
Verheiratete Personen hatten im Allgemeinen besseren Zugang zu Gesundheitsdiensten, dank stärkerer Unterstützungsnetzwerke. Männer waren jedoch insgesamt benachteiligt, aufgrund sozialer Normen, die sie dazu bringen, ihre Gesundheit zu vernachlässigen, und verschärfter wirtschaftlicher Schwierigkeiten während der Pandemie.
Diese Studie unterstreicht die Bedeutung der Stärkung inklusiver Gesundheitspolitiken, etwa durch Schulungen des medizinischen Personals in kultureller Sensibilität und verbesserten Zugang zu essenziellen Medikamenten. Sie zeigt auch, dass vertriebene Bevölkerungsgruppen trotz der Hindernisse Wege finden, die Schwierigkeiten zu umgehen, um ihre dringenden Bedürfnisse zu decken. Ein gezielter Ansatz, der die Besonderheiten jeder Gruppe berücksichtigt, bleibt unerlässlich, um einen gerechten Zugang zu Gesundheitsversorgung zu gewährleisten – insbesondere in Krisenzeiten.
Références légales
Travail de référence
DOI : https://doi.org/10.1186/s12982-026-01579-w
Titre : Barriers, facilitators, and accessibility to health services among people of concern before and during the COVID-19 pandemic in Nigeria
Revue : Discover Public Health
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Oluwatoyin Aladejebi; Clifford Odimegwu; Million Phiri; Joshua Akinyemi